Samhain ist das alte keltische Fest in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November. Es markiert das Ende der hellen Jahreshälfte und den Übergang in die dunkle Zeit. Für mich ist Samhain auch der Moment, an dem der lange Weg zu den Rauhnächten beginnt.
Die Ernte war eingebracht, das Vieh von den Weiden geholt, und die Tage wurden spürbar kürzer. Was draußen zur Ruhe kam, verlagerte sich nach innen. Diese Schwelle haben die Menschen mit Samhain gefeiert. Viele von uns spüren sie bis heute, wenn Anfang November der Nebel in den Tälern hängt und es am späten Nachmittag schon dunkel wird.
Samhain auf einen Blick
- Datum: Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November (2026 von Samstag auf Sonntag) – nimm gerne auch jeweils die 24 h
- Astrologisches Samhain: wenn die Sonne 15° Skorpion erreicht, das ist 2026 um den 7. November
- Bedeutung des Namens: meist übersetzt mit „Sommerende“; im Irischen heißt der November bis heute Samhain
- Verwandte Feste: Halloween, Allerheiligen und Allerseelen
Was bedeutet Samhain?
Samhain (gesprochen etwa „Sau-in“) war eines der vier großen Jahresfeste der Kelten in Irland und Schottland. Die anderen sind Imbolc Anfang Februar, Beltane am 1. Mai und Lughnasadh Anfang August. Zusammen teilen sie das Jahr in vier Abschnitte, jeweils zwischen den Sonnenwenden und den Tagundnachtgleichen.
Oft liest man, Samhain sei das keltische Neujahr gewesen. Das ist eine schöne und weit verbreitete Überlieferung, denn es aus dieser Zeit gab es natürlich kaum schriftliche Quellen. Gut belegt ist: Mit Samhain begann die dunkle Jahreshälfte. Und weil die Kelten ihre Tage mit dem Abend zu zählen begannen, stand die Dunkelheit bei ihnen immer am Anfang.
Den Namen übersetzt man meist mit „Ende des Sommers“. Das Bild dazu: Der Sommer ist vorbei, und was gewachsen ist, liegt jetzt in den Scheunen.
Wann ist Samhain 2026?
Gefeiert wird Samhain traditionell vom Abend des 31. Oktober bis zum 1. November. 2026 fällt dieser Abend auf einen Samstag.
Wer astrologisch denkt, schaut zusätzlich auf den Himmel. Das astrologische Samhain liegt genau in der Mitte zwischen der Herbst-Tagundnachtgleiche und der Wintersonnenwende, nämlich dann, wenn die Sonne 15° Skorpion erreicht. 2026 ist das um den 7. November. Ich mag diese zweite Datierung sehr. Sie zeigt, dass Samhain eher eine Zeitspanne ist als ein einzelner Abend. Du kannst also nichts verpassen, die Qualität dieser Tage wirkt durch die ganze erste Novemberhälfte. Außerdem kannten sie in alten Zeiten unseren aktuellen Kalender noch nicht.
Samhain im alten Brauchtum
In Irland und Schottland brannten in dieser Nacht große Feuer auf den Hügeln. In vielen Gegenden löschte man alle Herdfeuer und entzündete sie mit einer Flamme aus dem gemeinsamen Feuer neu. Das bedeutete Reinigung und Neubeginn zugleich, und es verband die Häuser eines Dorfes miteinander. Das Feuer sollte vor den Kräften des Winters schützen. Es erinnerte auch daran, dass ein inneres Licht durch die dunklen Monate hindurch bewahrt werden will.
Man glaubte, dass in dieser Nacht die Grenze zwischen den Welten dünner wird. Die Ahnen konnten näherkommen, ebenso die Wesen der Anderswelt. Deshalb stellte man Speisen und Getränke für die Verstorbenen der Familie bereit, als Dank und als Zeichen, dass sie nicht vergessen sind. Auch Masken und Verkleidungen haben hier eine ihrer Wurzeln. Sie sollten vor umherziehenden Geistern schützen oder sie gnädig stimmen.
Heute würde man eine solche Schwelle „liminal“ nennen. Der Begriff stammt aus der modernen Ethnologie und beschreibt einen Zwischenraum, in dem die gewohnte Ordnung für eine Weile aufgehoben ist. Genau das war Samhain.
Samhain, Halloween und Allerheiligen
Halloween ist der jüngere Verwandte von Samhain. Der Name kommt von „All Hallows’ Eve“, dem Vorabend von Allerheiligen. Die Kirche feiert am 1. November Allerheiligen und am 2. November Allerseelen, also genau in diesen Tagen. Irische Auswanderer nahmen ihre Bräuche im 19. Jahrhundert mit nach Amerika. Aus den ausgehöhlten Rüben, in die man Lichter stellte, wurden dort Kürbisse. In den letzten Jahrzehnten ist Halloween dann zu uns zurückgekommen.
Bei uns in Tirol ist das Gedenken an die Verstorbenen in diesen Tagen bis heute lebendig. Die Gräber werden geschmückt, auf den Friedhöfen brennen Lichter, und vielerorts bekommen die Patenkinder ihren Allerheiligenstriezel. Wer genau hinschaut, findet darin die alte Idee von Samhain wieder: Wir denken an die, die vor uns gegangen sind, und wir teilen Brot.
Was Samhain uns Frauen heute sagt
Samhain war nie nur ein Totenfest. Die Menschen wussten, dass der Same für das Neue im Dunkel der Erde liegt, in der Ruhe des Winters. Die Natur zieht sich zurück, damit sie im Frühling wieder austreiben kann. Für uns Frauen gilt das genauso.
Wir kennen diese Rhythmen aus unserem Körper und aus unserem Leben. Es gibt Zeiten, in denen alles wächst und blüht, und Zeiten des Rückzugs. Samhain ist der Moment, Altes zu verabschieden. Das können alte Muster sein oder Rollen, die schon lange nicht mehr passen.
Die Dunkelheit darf dabei ruhig dunkel sein. Sie ist ein Ort der Sammlung, und in ihr hören wir unsere Intuition oft deutlicher als im hellen, lauten Sommer.
Die Rauhnächte habe ich von meiner Großmutter gelernt, und seit über zwanzig Jahren begleite ich Frauen durch diese Zeit:
- „Was man jetzt nicht loslässt, schleppst du durch den ganzen Winter“,
hat meine Großmutter immer gesagt (meinte damit aber eher „greifbares“ und wollte mich zum Aufräumen und Aussortieren motivieren), und zudem gehörten bei ihr Anfang November auch immer zwei Dinge zusammen: an die Verstorbenen denken und dann selbst zur Ruhe kommen. Daran halte ich mich bis heute, und an Samhain zünde ich dafür ganz bewusst eine Kerze an.
Das Licht in der Laterne steht bei unserem Hauseingang. Nach alter Tradition ein Ritual der alten Zeit. Früher wollte man damit den Ahnen, den guten Geistern und all jenen, die uns vorausgingen, den Weg zum Haus zeigen. Denn in der „Dunkel-Zeit“ des Jahres kamen sie aus der Anderswelt zurück zu den Menschen. Ihr Besuch galt als Segen. Im modernen, heutigen Kontext verstehe ich diesen Segen anders. In allem, was wir erlebt haben, und in allem, was uns begegnet ist, wirkte dieser Segen. Genauso wie der Segen unserer Vorfahren wirkt, indem was wir heute ins Leben tragen.
So wird das Licht in der Laterne für mich jedes Jahr zu einer Erinnerung:
Dass alles, was vorher war, Teil von uns bleibt und uns leuchtet, hin zu allem was noch in der Zukunft liegt.

Samhain als Auftakt zu den Rauhnächten
Mit Samhain öffnet sich der größere Kreis der Rauhnächte. Die Rauhnachtstage rund um den Jahreswechsel sind sein Herzstück, nach meiner Zählung beginnen sie am 24. Dezember. Der Weg dorthin fängt aber viel früher an. Nämlich jetzt.
November: Loslassen. Was darf jetzt enden, und was will in der Stille neu entstehen? Wie die Bäume ihre Blätter abwerfen, dürfen auch wir uns von Ballast trennen. Mehr dazu findest du in meinem Artikel Loslassen lernen.
Advent und Sperrnächte. Die Adventszeit ist der Übergang. Sie lädt ein, langsamer zu werden und aufzuräumen, im Haus wie im Inneren. In diese Wochen fallen auch die Sperrnächte. Im alten Brauchtum wurden in diesen Nächten Arbeiten eingestellt und Tore geschlossen, das Alte wurde „gesperrt“. Energetisch ist das die Zeit, Unabgeschlossenes zu beenden. Wie das zum Beispiel am 8. Dezember aussehen kann, beschreibe ich in Sperrnacht und weibliche Spiritualität am 8. Dezember.
Wintersonnenwende am 21. Dezember. Die Dunkelheit erreicht ihren tiefsten Punkt, ab jetzt kehrt das Licht zurück. Diese Tage sind wie ein tiefes Einatmen vor dem neuen Zyklus.
Die Rauhnachtstage ab 24. Dezember. Was sich in ihnen zeigt, ist das Echo der Wochen davor. Wer schon im November begonnen hat, geht mit viel mehr Klarheit in diese besondere Zeit.
Meine Begleitung durch die Rauhnächte 2026/27
Mit „Rauhnächte in your pocket“ begleite ich dich in meiner App durch jeden einzelnen Rauhnachtstag, mit täglichen Impulsen und Ritualen. Wer früh dabei ist, bekommt schon ab 1. November Inhalte zu den Sperrnächten. Dazu gibt es mein Rauhnachts-Journal zum Schreiben mit der Hand. Es wird nur auf Vorbestellung gedruckt. Und am 24. November um 19:30 Uhr halte ich ein Webinar zu den Rauhnächten 2026/27 und dem Mondjahr 2027.
Ein einfaches Samhain-Ritual für zu Hause
Du brauchst nicht viel: eine Kerze, zwei Blatt Papier, einen Stift, eine feuerfeste Schale und etwa eine halbe Stunde Ruhe.
- Ankommen. Zünde die Kerze an und nimm dir ein paar Atemzüge Zeit. Wenn du magst, stell eine kleine Schale mit Brot oder Obst für deine Ahnen dazu.
- Aufschreiben. Schreib auf das erste Blatt, was du verabschieden möchtest. Alte Geschichten, Vorstellungen, die nicht mehr stimmen, Beziehungen oder Gedanken, die dich festhalten.
- Danken und loslassen. Bedanke dich für das, was dich all das gelehrt hat. Verbrenne das Blatt in der Schale und streu die Asche draußen in den Wind.
- Nähren. Schreib auf das zweite Blatt, was im neuen Zyklus wachsen darf: welche Qualitäten, welche Sehnsucht. Dieses Blatt hebst du auf, bis die Rauhnachtstage beginnen.
Fragen für deinen Samhain-Abend
- Welcher Abschnitt in meinem Leben darf jetzt zu Ende gehen?
- Was möchte ich mit Dank verabschieden, und was darf einfach eine Weile ruhen?
- Wie fühlt sich die Dunkelheit an, wenn ich sie nicht wegmachen will?
- Wofür möchte ich in diesem Winter Kraft sammeln?
Samhain führt uns Frauen in die Tiefe. Wir sind die Hüterinnen dieser Schwelle. Wir können ein Ende aushalten und aus dem, was danach kommt, Neues entstehen lassen. Im Schatten ist das Licht schon da, noch unsichtbar, aber spürbar.
Häufige Fragen zu Samhain
Wann wird Samhain gefeiert? In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November. Das astrologische Samhain fällt auf den Tag, an dem die Sonne 15° Skorpion erreicht, 2026 um den 7. November.
Was bedeutet das Wort Samhain? Es wird meist mit „Sommerende“ übersetzt. Im Irischen und im Schottisch-Gälischen heißt der Monat November bis heute Samhain.
Ist Samhain dasselbe wie Halloween? Halloween hat sich aus alten Samhain-Bräuchen und dem christlichen Vorabend von Allerheiligen entwickelt. Samhain ist das ältere Fest und viel enger mit dem Jahreskreis verbunden.
War Samhain wirklich das keltische Neujahr? So wird es oft überliefert. Sichere Belege aus keltischer Zeit gibt es kaum, die Frage ist unter Historikern offen. Als Beginn der dunklen Jahreshälfte war Samhain aber in jedem Fall ein Neuanfang.
Was hat Samhain mit den Rauhnächten zu tun? Samhain öffnet die dunkle Jahreszeit, und die Rauhnachtstage sind ihr Herzstück. Wer ab Anfang November bewusst loslässt, bereitet sich Schritt für Schritt auf die Rauhnächte vor.
Wie kann ich Samhain allein zu Hause feiern? Mit einer Kerze, Papier und etwas Zeit für dich. Das Ritual oben dauert ungefähr eine halbe Stunde und braucht keine Vorkenntnisse.
Wenn du dich schon jetzt auf die Rauhnächte einstimmen möchtest, hol dir meine kostenlose Vorbereitung über WhatsApp. Du bekommst kleine Impulse und Erinnerungen, die dich Schritt für Schritt in diese besondere Zeit hineinführen.
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